Tag 10 – 19. März

Tirol ist dicht, ganz Tirol? Ja.

Was soll man dazu schreiben, ich trinke meinen Kaffee und lese die Nachricht in Ruhe noch einmal nach. Sehr sachlich und ohne große Emotionen, für die Tragweite einer solchen Meldung schon sehr entspannt. Was mich kurz überrascht und was nicht wirklich berichtet wurde gestern noch: auch Vorarlberg ist von dieser Maßnahme betroffen. Die Grenzen sind zu, Tirol auch. Vorarlberg ist also auch abgeschnitten, weil eine anderes Bundesland für sich eine Maßnahme ergreift. Über die politische Verantwortung Platters muss jedenfalls gesprochen werden. Verheerend auch die ausländischen Berichte.

Merkel tauch auf. In einer dringlichen Rede spricht sie zu den Deutschen. Sehr ernst, sehr verständnisvoll, kämpferisch und besonnen. Endlich ist sie wieder da, sie fehlt in dem Europa in dem gerade jedes Mitgliedsland sein eigenes Spiel zu spielen scheint.

Die EU existiert in dieser Krise nicht. Man hört nichts, ich habe den Eindruck man hat Corona einfach verschlafen während man sich in den neuen Büros gerade hübsch eingerichtet hat. Deshalb machen alle Staaten ihre eigen Lösungen, verfolgen eigenständige Ziele und schoten sich von den anderen ab. Danke für nichts liebe EU, wann wacht ihr endlich auf? Wird Zeit dass diese Struktur eindlich demokratischer und Transparenter wird, genau in solchen Situationen wäre es so wichtig. Die EZB will Geld locker machen, Von der Leyen schläft und die EU mit ihr hat es den Eindruck. Vielleicht kann Merkels Auftritt auch noch weitere Politiker*innen wachrütteln. Hallo, Guten Morgen, wir haben eine Pandemie, Ideen?

Bilder aus Italien, deren Echtheit leider unbestritten ist machen die Runde. Das Militär bringt Särge von Opfern aus der Lombardei in umliegende Krematorien, da die Kapazitäten der dortigen Bestattungsunternehmen erschöpft sind. Italien überholt China mit den Opferzahlen. Corona beginnt jetzt in Europa zu wüten. Italien hat und vorgewarnt. Die kommenden Tage wird sich zeigen ob wir gerade noch rechtzeitig den Meldungen aus Italien Glauben geschenkt haben. Die Warnungen aus China und die Empfehlungen der WHO haben wir wieder den Interessen der Wirtschaft untergeordnet. Italien du rettest Europa möglicherweise unter großen Verlusten und durch viel Leid den Arsch.

Den Tag über wird weiter über Maßnahmen und die Auswirkungen der Gestzesnovellen und deren Auslegung gesprochen. Kinder deren Eltern sollen nicht zwischen den Eltern wechseln, dann dürfen sie das aber doch wieder. Die Quarantäne ist keine Ausgangsperre, in Parks aber schon, eigentlich aber nicht, Versammlungen sind möglich, oder nicht, oder nur bis fünf Personen, oder nur mit Personen die im selben Haushalt leben. Auch der Gesundheitsminister scheint sich da nicht mehr ganz sicher zu sein was für wie lange und wann gilt.

Er sieht jedenfalls die ein-Meter-Abstandregel als eine Art Verfassungsgesetz und pocht auf das unbedingte Einhalten dieser Regel. Unser Alltag nimmt immer mehr neue Regeln auf. Man achtet ganz unwillkürlich darauf wie oft man sich ins Gesicht greift, jedes mal Hände waschen sehe ich kleine Viren von der Hand auf den Wasserhahn, von dort zurück auf meine Hand, ins Handtuch und ins Gesicht hüpfen. Sie sind überall. Aber die frühsommerlichen Tage mit Temperaturen um 20 Grad wiegen uns in trügerischer Sicherheit und lässst viele Leute in die Parks gehen und das wiederum mag der Gesundheitsminister nicht. Der ist hin und hergerissen zwischen loben weil alle so brav sind und schimpfen weil alle noch braver sein sollten. Und wenn nur fünf Prozent nicht mitmachen, dann ahut uns das die ganze Maßnahme zsamm, sagt er in einem sehr sympathischen Oberösterreichisch.

Rudi Anschober kann man von Anbeginn der Krise vertrauen und wenn man bedenkt, dass er nur etwa ein Monat im Amt war als das richtig los ging, kann man ihm nur größten Respekt zollen! Nicht vorstellbar, dass seine Vorgängerin statt ihm die Richtung vorgeben könnte.

Wir bemerken, dass die Tage schneller vergehen als man denkt und freuen uns auf den morgigen Tag, da wird es ein onlinekonzert gebenm das wir uns gemeinsam ansehen möchten. Überhaupt gibt es viel Kreatives im Netz. Noodle light, kannte ich noch nicht.

Nehammer spricht in einer Pressekonferenz vom Nachmittag, die ich am Abend noch nachsehe explizit auch Maßnahmen auf Lesbos an und versichert Unterstützung und humanitäre Hilfe. Er gibt zu, dass dieses Thema von Corona überlagert wird, dass man sich aber darum kümmere. Ich fühle Erleichterung, dass man sich vor dieser verantwortung auch in dieser Situation jetzt nicht drückt. Das klang vor wenigen Tagen vom Kanzler noch ganz anders und Kogler durfte nicht einmal seine Privatmeinung äußern ohne sofort zurechtgewiesen zu werden.

Tag 6 – 15 März, Sonntag

Ein wunderschöner sonniger Tag beginnt, alles ist ruhig, ich gehe gleich früh am Morgen mit Johanna eine kleine Runde laufen. Es hat etwas sehr unwirkliches: wir laufen durch die Straßen, es ist ein wundervoller, für die Jahreszeit eigentlich recht waremer, Frühlingstag (noch nicht einmal) und über der Stadt, über dem Land und über der ganzen Welt breitet sich ganz lautlos eine Pandemie aus. Eine der vielleicht größten weltweiten Krisen die man sich vorstellen kann findet genau in diesem Moment gerade statt und nimmt seinen Lauf. Der Ausgang ist noch unbekannt, in China sollen die Neuerkrankungen zwar zurückgehen, Christian Drosten warnt aber davor, dass uns Corona bis weit in den Sommer hinein begleiten könnte, eventuell sogar darüber hinaus.

Nach dem Laufen trinken wir Kaffe und hören die Sondersitzung des Parlaments. Es ist sehr beeindruckend wie rasch die benötigten Gesetze jetzt beschlossen und umgesetzt werden. Alle! Parteien tragen die Maßnahmen mit und es gibt (derzeit) keine politischen Auseinandersetzungen unter den Parteien. Das ist sehr positiv, in anderen Ländern sind die Maßnahmen aufgrund der explosionsartigen Ausbreitung ohne gesetzliche Rahmenbedingungen und lösen zusätzliche Verunsicherung aus (Italien), in anderen Ländern gibt es zu Corona auch noch ungelöste Probleme die weiter bestehen (Gelbwestenproteste in Frankreich inklusive Zusammenstößen mit der Polizei). Andere Länder haben das Pech sich mit ihren inkompetenten Präsidenten/Premiers herumschlagen zu müssen (USA & UK).

In Italien sind die Zahlen schwindelerregend und die Bilder verheerend. Ein Bericht der Welt.de geht viral, der auf ganz tragische Weise deutlich macht wie die Situation in Italien ist. Wir hoffen, dass es uns nicht so hart treffen wird (schwer auszuhalten das zu lesen). Weiterhin gibt es große Kritik daran weshalb so wenig getestet wird. Eine klare Ansage wäre diesbezüglich endlich wünschenswert. Gibt es keine Kapazitäten, ist es ohnehin längst egal, will man es nicht zu genau wissen? Generell scheint es, dass die Bevölkerung alle Maßnahmen gut und ruhig mitträgt, so lange sie klar und offen kommuniziert werden.

Wir haben eine Sondersitzung am Sonntag! Alle Gesetze werden durchgewunken, der Kanzler verschärft die Maßnahmen wieder und kündigt an nun doch ab Montag bereits alle Bars usw. schließen zu wollen. Keine große Überraschung, die Meldung dass sie bis 15.00 Uhr geöffnet bleiben dürften, diente wohl eher dafür sich mit der Maßnahme anfreunden zu können. Bei genauerer Betrachtung hätte diese Maßnahme so keinen Sinn gemacht, ich bin ganz froh dass nun klargestellt wurde, das schafft deutlich mehr Vertrauen und ist konsequenter. Außerdem werden Spielplätze und Sportplätze geschlossen, wenn Vereine dennoch Sportveranatltungen machen werden ihnen Fördermittel gestrichen.

UND: die vielleicht einschneidenste Maßnahme (die auch relativ früh kommt wie ich finde) alle Zivildiener die in den letzten fünf Jahren Zivildienst geleistet haben werden eingezogen, die Miliz ebenso! Generell finden viele Politiker sehr klare Worte und mahnen über die Partegrenzen hinweg Selbstisolation ein. #socialdistancing to #flattenthecurve

Im Anschluss ist Sebastian Kurz bei Pötzelsberger, der wieder das Gesicht der nächsten krise zu sein scheint, und spricht die getroffenen Gesetzesänderungen noch einmal in aller Deutlichkeit an. Es wird sehr bedrückend. Ausgangssperren, die Polizei die künftig jeden kontrollieren darf, keine Gruppenbildungen mehr. Es herrscht absoluter Ausnahmezustand. Die Berichterstattung macht klar, dass die Lage ernst ist. Die Reden aus dem Parlament haben sich geglichen, alle unterstützen die Maßnahmen und alle scheinen betroffen und sehr bei der Sache. Auch angespannt wirken alle.

Das Bundesheer hilft dem Lebensmittelhandel bei der Logistik, auch hier gibt es Berichterstattung über die Bemühungen die Versorgungssicherheit gewähren zu können. Die Lager sind gut gefüllt, man solle nicht hamstern, versuchen die Moderatoren zu beruhigen.

Ein Anästhesist in Salzburg hat sich in Ischgl iniziert und bereits mehrere Tage seinen Dienst wieder versehen. Er hatte Kontakt mit Patient*innen aus der Neonatologie und mit erkrankten aus der Onkologie. Mehrer Patient*innen wurden möglicherweise infiziert. Bis zu hundert Arztkollegen sollen in Quarantäne sein. Der ärztliche Leiter Primar Richard Kreil, der in der Pressekonferenz spricht, ist sichtlich und hörbar betroffen, informiert sehr sachlich. Es ist unerträglich seinen Ausführungen zuzuhören.

Die Informationen sind so drastisch und viel. Ich kann das nicht realisieren alles. Wir reden zuhause darüber und sind geplättet. Das ist nicht wirklich und dennoch echt.

Fast wie eine Erlösung gab es um 18:00 ein Konzert aus einem der Fenster unter uns. Ein Nachbar spielte eine Viertel Stunde und eröffnete somit die Corona Liederabende. Auf Instagram streamte der blonde Engel ein live Video, Mavi Phoenix hab ich auch kurz gesehen. Es ist alles eine Mischung aus Leere und Ungewissheit, aber auch irgendwie aus Aufbruch und Zusammenhalt. Ich empfinde eine gewisse Traurigkeit, jedenfalls ist es berührend und lässt einen nachdenklich werden.

Fassungslosigkeit ist wieder da.

Stand bestätigter Coronafälle: 860

Ich traue mich die Dunkelziffer nicht einmal anzudenken.

Generell will ich festhalten, dass die Experten die befragt werden sehr fachlich und ruhig agieren. Si erwecken großes Vertrauen, strahlen Menschlichkeit aus und können ihre Betroffenheit aber auch nicht verbergen!

Tag 5 – 14. März

Der Tag beginnt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang und ich trinke meinen Kaffe am Balkon.

Testungen sind in den sozialen Medien wieder ein Thema. Immer noch wird nach dem alten Schema getetste. Nur Menschen mit akuter Symptomatik und mit direktem Kontakt oder wenn sie in einem betroffenen Gebiet waren (gerade das erscheint derzeit merkwürdig, da bereits eine reisewarnung für die ganze Welt! ausgegeben wurde) werden auf Corona getestet. Ich lese häufig, dass andere Länder deutlich mehr testen würden (Schweiz, Südkorea) und dass ein SARS-COV-2 Test verfügbar sein soll, der raschere Testungen ermöglichen soll. Stand Samstag früh an Corona positiv getester Personen: 602

Mit Marylyn Addo spricht endlich eine Frau statt dem nach wie vor sehr empfehlenswerten Christian Drosten darüber wie es mit der Impfforschung steht. Sie rechnet mit etwa einem Jahr.

In Ischgl sollen sich mehr als 130 Dänen mit Corona infiziert haben, Island warnte bereits am 5.3.20! vor Ischgl als Reiseziel, gestern wurde es offiziell unter Quarantäne gestellt. Anscheinend gab es sogar Coronapartys in einer bekannten Bar.

Ich besorge mir neue Laufschuhe und möchte die nächste Wochen nutzen etwas fit zu werden. Vor dem Geschäft warten mehrere Leute ganz selbstverständlich draussen und werden nacheinander aufgerufen. Kein Murren und auch kein großes Erklären ist notwendig.

Einzelne Unternehmen wie die Möbelkette XXXLutz schreiben heute! noch Mitteilungen an die Mitarbeiter, dass diese am Montag in der Arbeit zu erscheinen haben. Sie geben als Begründung an, dass die arbeitsrechtliche Situation noch nicht gänzlich geklärt sei (die Gesetze hierzu sollen Samstag und Sonntag in Sondersitzungen beschlossen werden). Ich habe dafür wenig Verständnis, auch Cateringfirmen, Hotels und ähnliches wollen im großen Stil Mitarbeiter abbauen. Sehr solidarische Verhalten liebes DO & Co, wieviele Millionen Gewinn macht ihr nochmal pro Jahr? Die Regierung will Haftungen übernehmen und überlegt weitere Maßnahmen diesbezüglich, hoffentlich kann das solche Unternehmen überzeugen die Mitarbeiter nicht zu kündigen.

Zu etwas schönem: In Italien singen Menschen in Quarantäne von den Balkonen, das und die Frage welches Lied wir singen sollten bewegt Twitter heute besonders stark.

Immer wieder sieht man verärgerte Postings von überfüllten Einkaufsstraßen, von Menschen die in Kaffehäusern und vor Restaurants sitzen. Die Ernsthaftigkeit der Lage ist vielen noch nicht bewusst wie es scheint. Immer vehementer mahnen Politiker genau diese Ernsthaftigkeit aber ein. Sehr eindringlich die Rede von Kanzler Kurz in einer weiteren Zib Spezial um 20:15. Diese Sondersendungen werden schon zur Routine, der ORF, aber auch die Privaten wie Puls 24 übertragen fast rund um die Uhr Parlamentssitzungen, Sondersendungen, Infos. Eh wichtig, viele glauben es erst wenn sie es im Fernsehen gesehen haben (vor allem Ältere).

Abends gibt es eine weitere Sondersendung der Zeit im Bild: Kurz ist so deutlich wie noch nie. Er spricht davon dass Menschen sterben werden. Ein beklemmendes Gefühl das diese Worte auslösen. Jetzt ist es raus.

Er spricht weiter von Lazaretten und ich habe sofort die Bilder aus Italien im Kopf: dutzende Menschen, auf Feldbetten liegend, mit blauen Decken halsabwärts zugedeckt. Sie werden von Ärzten in ganzkörper Schutzausrüstungen betreut und werden abgesondert in Lagerhallen versorgt.

Wir essen Gemüsewraps.

Stand bestätigter Coronafälle: 655

Tag 2 – der 11. März

Der heutige Tag begann damit, dass ich einkaufen gegangen bin. Auf den öffentlichen Plätzen, an denen ich auf meinem Weg vorbeikomme, waren deutlich weniger Menschen als sonst. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind verhältnismäßig leer. Ich bemerkte, dass besonders Gemüse und Nudeln im Supermarkt knapp sind, obwohl die Mitarbeiter des Supermarktes alle mit Nachräumen beschäftigt zu sein scheinen. Bisher kannte ich das nur aus Bildern die schon seit Tagen auf social media verbreitet werden. Ich denke mir nicht viel dabei und habe vor nicht sonderlich mehr als sonst auch einzukaufen, aber am Ende lande auch ich mit einem ziemlich vollen Einkaufswagen an der Kassa.

Unser Studiengang bekommt eine weitere Email, diesmal von der Studiengangsleitung, man ruft uns zu Besonnenheit auf, teilt uns mit, dass intensiv daran gearbeitet wird Wege zu finden wie wir von zuhause aus lernen können und dass wir Zuversichtlich sein sollen. Wir besprechen das intern, es bleiben viel Fragen ungeklärt zurück, aber man hat Verständnis dafür, dass das etwas dauern wird. Ich bin noch nicht sicher ob sich die Idee der Fernlehre so leicht umsetzen lassen wird. Auch ein zeitlicher Rahmen ist derzeit noch nicht absehbar wie lange es besondere Maßnahmen geben wird müssen, das wird eine große Anstrengung für alle.

Gestern wurden auch generell alle Veranstaltungen abgesagt die indoor von mehr als hundert und outdoor von mehr als 500 Personen besucht werden. Das führt zu großer Unsicherheit bei Musikern, Schriftstellern, Kabarettisten und Menschen die Vorträge und ähnliches abhalten, aber auch zu Existenzängsten bei Veranstaltern und Agenturen und deren Mitarbeitern. Der Tourismus beklagt große Ausfälle, Fluglinien planen in Kurzarbeit umzustellen. Im Laufe des Vormittags gibt es finanzielle Zusagen von Seiten der Regierung, aber auch der EU. Kanzlerin Merkel meint sinngemäß man werde sich im Anschluss an Corona um die finanzielle Situation kümmern, das habe derzeit nicht oberste Priorität. Und das obwohl vor zwei Tagen die Börsen allesamt mit riesengroßen Verlusten konfrontiert waren (das war ja ach noch). Die USA haben kurzfristig den Handel ausgestzt und der Erdölpreis ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Eine weitere Tragödie findet zeitgleich an den Außengrenzen der EU statt. Flüchtlinge auf Lesbos stehen europäischen Einheiten gegenüber, Tränengas und Gummigeschoße werden eingesetzt um die Flüchtlinge daran zu hindern in die EU zu kommen. Tausende unbegleitete Minderjährige hungern im Dreck und werden als Spielball der Politik benutzt. In den vergangenen Tagen wurde ihnen mehrmals und quer durch Europa die Menschenwürde abgesprochen. Das geht derzeit in der Berichterstattung und Aufmerksamkeit unter. Ich hoffe, dass man hinter den Kulissen dennoch weiter an einer Lösung dieses Übels arbeitet. Einzelne Gemeinden bieten an Flüchtlinge aufnehmen zu wollen.

Mittags folgt die nächste Überraschung: Alle Schulen sollen geschlossen werden. Am kommenden Freitag soll die Schule für alle Schüler*innen ab 14 enden, am kommenden Mittwoch generell für alle Schüler*innen. Es müssen noch viele Lösungen erarbeitet werden um die Betreuung der Kinder sicherzustellen, die arbeitsrechtlichen Bedingungen zu schaffen und zu gewähren, dass Lohnfortzahlungen jedenfalls gesichert sind. Das scheinen ziemlich große Brocken zu sein, die Auswirkung auf das wirtschftliche und gesellschaftlioche Zusammenleben wird sich sehr ändern müssen, zumal die Großeltern explizit nicht die Betreuung von Enkelkindern übernehmen sollten. Sie sind die Gruppe die es zu schützen gilt. Wir als Gesellschaft müssen die Alten Menschen schützen, da sie am stärksten vom Corona Virus betroffen sind heist es wiederkehrend.

Die Schulen schließen, jetzt ist es fix.

Ein Hinauszögern der Neuinfektionen stellt wohl die beste Möglichkeit dar sicherzustellen, dass ausreichend Intensivbetten in den Krankenhäusern für Menschen zur Verfügung stehen werden, die diese dann benötigen.

via: https://medium.com/@tomaspueyo/coronavirus-act-today-or-people-will-die-f4d3d9cd99ca

„Die Krankenhäuser sind unsere zentralen Institutionen, die wir erhalten müssen.“

Mittlerweile gibt es Berichte aus Italien in denen von der völligen Überlastung des Krankenhaussystems in der Lombardei berichtet wird. Die Versorgung sei nicht sichergestellt, es gibt Berichte von Triagen bei Notfallpatienten. Die Lage in Italien ist besonders ernst. Sie wurden in Europa als Erste und am heftigsten von dem Corona Virus erfasst. Sie haben derzeit nicht nur die höchste Ansteckungsrate, am Wochenende starben über hundert Menschen an den Folgen der Infektion. Auch in Italien herrscht Knappheit an Desinfektionsmittel, Masken und Schutzbekleidung. Davor wird auch bei uns schon seit wenigen Tagen gewarnt. Deutschland und Frankreich haben ihre medizinischen Materialien vom Export in andere Länder ausgeschlossen. Kanzler Kurz thematisiert dies heute und fordert Solidarität ein.

An den Grenzen zu Italien gibt es wieder Grenzkontrollen, der Personenzugverkehr wurde eingestellt und Kärnten will zwei Grenzübergänge generell schließen. Es passieren so viele Dinge gleichzeitig, dass man rasch den Überblick verliert. In Vorarlberg will man die Wahl trotz des Corona Viruses dennoch abhalten, erinnert aber an die Möglichkeit Wahlkarten verwenden zu können. In einer Pressekonferenz der wiener Gesundheitsbeauftragten wird bestätigt, dass aufgrund eines Corona Falles die Geburtshilfestation am SMZ Ost gesperrt werden musste. Der deutsche Virologe Christian Drosten schlägt hierzu tägliche Testungen des Krankenhauspersonals mittels Mundabstrichen vor, die Tests würden das Virus schon anzeigen bevor die Person selbst ansteckend sei. Alle Ärzt*innen, Pfleger*innen und alle die im Gesundheitsdienst beschäftigt sind haben sehr intensive und entbehrungsvolle Wochen vor sich, das zeigt sich immer deutlicher.

Am Nachmittag habe ich begonnen Sauerteig anzustellen um ein Brot zu backen. Dafür habe ich für gewöhnlich zu wenig Zeit, deshalb wollte ich diese Gelegenheit nutzen. In drei Tagen ist der Sauerteig fertig und ich kann Brot backen. Darauf freue ich mich schon sehr, ich hoffe dass es gelingt.

Mein Sauerteig: 50g Roggenmehl und 50g Wasser (~40Grad) gut verrühren und 24 Stunden zugedeckt stehn lassen. Dann wird er wieder gefüttert.

Fast nebenbei höre ich die Meldung, dass alle Bundesmuseen und auch der Tiergarten Schönbrunn ab Donnerstag schließen. Eigentlich auch eine ganz große Nachricht, aber die geht heute fast unter in den ganzen Ankündigungen.

in meinem Umfeld bekomme ich viel Unsicherheit mit wie man mit der Kinderbetreuung vorgehen sollte, ob man sich Urlaub nehmen müsse, ob man diesen bekomme und ob der Lohn weiter fortbezahlt werden wird. Es ist Unsicherheit spürbar, aber subjektiv empfinde ich die Stimmung etwas angespannt, aber dennoch unaufgeregt.

Heute Abend habe ich begonnen diese Seite zu machen. Ich habe gestern kurz zusammengeschriebn was passiert ist, warum weiß ich nicht genau, es macht mir aber Spaß und ich verfolge kein bestimmtes Ziel damit. Vielleicht höre ich in zwei oder drei Tagen wieder damit auf. Am Freitag habe ich eine Prüfung, die auch noch stattfinden wird, vielleicht drücke ich mich einfach vor Lernen.

Italien schließt alles außer Krankenhäuser, Apotheken und Supermärkte

In den Nachrichten um 22:00 dann die nächste Stufe von schlechten Nachrichten. Der Bildungsmininister hat gerade die Pläne zu den Schulschließungen näher ausgeführt, die alle einschneidend sind und in völlig unbekanntem Ausmaß stattfinden. Vermutlich hätte man vor einer Woche noch über jede dieser Nachrichten mehrere Sondersendungen gemacht, jetzt bleiben diese Schreckensmeldungen kurz stehen und bevor man sich der konsequenzen bewusst werden kann, bricht die nächste „Maßnahme“ über uns herein:

Italien schließt alle Bars, Fitnesscenter, Lokale, Friseure usw. Nur Supermärkte, Apotheken und Gesundheitseinrichtungen bleiben geöffnet. Wie es mit dem (öffentlichen) Verkehr aussieht ist derzeit noch nicht bekannt. Na Bumm.

Ich gehe schlafen, besser wird es heute nicht mehr. Die WHO stuft das Corona Virus als Pandemie ein (einfach abnicken diese Meldung und hinnehmen) und Liverpool ist aus der Champions Leage draussen, deshalb gibt es noch den Klopp mit einem Statement von vor zwei Tagen.

Stand bestätigter Coronafälle: 246

#letsdothistogether